Beratungskonzept

Beratungskonzept der Johannesschule

Neben der unterrichtlichen und erzieherischen Tätigkeit gehört die Beratung zu den grundlegenden Aufgaben der schulischen Arbeit. Durch die Veränderung der kindlichen Lebenswelt insgesamt, insbesondere durch die Veränderung familiärer Strukturen hat die Erziehungsfunktion der Schule zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im selben Maße ist der Bedarf an Beratung auf unterschiedlichsten Ebenen in den letzten Jahren erheblich gestiegen.

Das Beratungskonzept unserer Schule orientiert sich dabei an den Vorgaben des Erlasses und möchte die Eltern und auch die Kinder auf dem Weg vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule beratend unterstützen.

Beratung zielt auf das gemeinsame Finden von Lösungen und findet statt in einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung, die die Schwächen und Stärken der beteiligten Personen und der Situation berücksichtigt und nutzt. Ziele werden durch das miteinander Sprechen und Handeln gemeinsam angestrebt und vereinbart, die Ergebnisse werden überprüft und als Anregung erneut in den Prozess der Beratung aufgenommen.

Beratung setzt Selbstkompetenz, Beziehungskompetenz und Sachkompetenz voraus.

Die Beratungstätigkeit in der Johannesschule umfasst die Beratung von Schülern, Schülerinnen und deren Eltern und Erziehungsberechtigten bei Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten oder über Bildungsangebote und Schullaufbahnen. Diese Beratung wird in der Regel von allen Lehrerinnen und Lehrern, besonders aber von den Klassenlehrerinnen und –lehrern durchgeführt (gemäß §8 ADO und §44 SchulG/ Erlass v. 08.12.1997) und von der Schulleitung ergänzt (gemäß §19.2 ADO).

Darüber hinaus ist uns die gegenseitige Beratung der Lehrkräfte und der Erziehungskräfte in der Offenen Ganztagsschule sehr wichtig.

 

1. Gesetzliche Vorgaben

§ 36 Vorschulische Beratung und Förderung, Feststellung des Sprachstandes

(1) Der Schulträger lädt gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der Tageseinrichtungen für Kinder und der Grundschulen die Eltern, deren Kinder in zwei Jahren eingeschult werden, zu einer Informationsveranstaltung ein, in der die Eltern über vorschulische Fördermöglichkeiten beraten werden.

Þ       An dieser Informationsveranstaltung, die in der Regel im Januar bzw. Februar eines jeden Jahres stattfindet, nimmt die Schulleiterin oder eine Vertreterin teil. Eltern haben an diesem Abend die Möglichkeit individuelle Fragen zu stellen, die von den Vertretern der Stadt, der Tageseinrichtungen oder der jeweiligen Schulleitungen beantwortet werden.

 

(2) Das Schulamt stellt zwei Jahre vor der Einschulung fest, ob die Sprachentwicklung der Kinder altersgemäß ist und ob sie die deutsche Sprache hinreichend beherrschen. Ist dies nicht der Fall und wird ein Kind nicht in einer Tageseinrichtung für Kinder sprachlich gefördert, soll das Schulamt das Kind verpflichten, an einem vorschulischen Sprachförderkurs teilzunehmen. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass jedes Kind vom Beginn des Schulbesuchs an dem Unterricht folgen und sich daran beteiligen kann. Die Schulen sind verpflichtet, das Schulamt bei der Durchführung der Sprachstandsfeststellung zu unterstützen; hierbei ist auch eine Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten und der Jugendhilfe anzustreben.

Þ       Verantwortlich für die Durchführung der Sprachstandsfeststellung sind die Schulleiterin und Frau Kitzmann. In Absprache mit dem Familienzentrum St. Marien und dem Kindergarten St. Franziskus werden die Kinder eingeladen und getestet. Die 1. Stufe findet in der Kindertageseinrichtung, die 2. Stufe in der Schule statt. Die Beratung der Eltern nach der 1. Stufe findet an einem für beide Seiten passenden Wochentag zeitnah zur Testung im Kindergarten statt. Anwesend sind dabei die Erzieher/in, ein Vertreter der Schule und die Erziehungsberechtigten. Nach der 2. Stufe findet ein Beratungsgespräch zwischen der Lehrperson und den Erziehungsberechtigten in der Schule im Anschluss an die Testung statt. Bei diesen Gesprächen werden die Erziehungsberechtigten in Bezug auf den Sprachstand der Kinder beraten.

(3) Bei der Anmeldung zur Grundschule stellt die Schule fest, ob die Kinder die deutsche Sprache hinreichend beherrschen, um im Unterricht mitarbeiten zu können. Die Schule soll Kinder ohne die erforderlichen Sprachkenntnisse zum Besuch eines vorschulischen Sprachförderkurses verpflichten, soweit sie nicht bereits in einer Tageseinrichtung für Kinder entsprechend gefördert werden. Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend.

Þ       Im Rahmen der Anmeldung der Schulneulinge durchlaufen die Kinder einen Parcours, bei dem auch die sprachlichen Voraussetzungen in den Blick genommen werden. Bei fehlenden sprachlichen Kenntnissen werden die Eltern über Sprachfördermöglichkeiten informiert und beraten

§ 44 Information und Beratung

(1) Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sind in allen grundsätzlichenund wichtigen Schulangelegenheiten zu informieren und zu beraten.

(2) Lehrerinnen und Lehrer informieren die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung und beraten sie. Ihnen sind die Bewertungsmaßstäbe für die Notengebung und für Beurteilungen zu erläutern. Auf Wunsch werden ihnen ihr Leistungsstand mitgeteilt und einzelne Beurteilungen erläutert. Dies gilt auch für die Bewertung von Prüfungsleistungen.

(3) Die Eltern können nach Absprache mit den Lehrerinnen und Lehrern an einzelnen Unterrichtsstunden und an Schulveranstaltungen teilnehmen, die ihre Kinder besuchen. Im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung können Lehrerinnen und Lehrer mit Zustimmung der Klassenpflegschaft und der Schulleitung in hierfür geeigneten Unterrichtsbereichen die Mitarbeit von Eltern vorsehen. Gleiches gilt bei außerunterrichtlichen Schulveranstaltungen und Angeboten im Ganztagsbereich in allen Schulformen und Schulstufen.

(4) Die Lehrerinnen und Lehrer beraten die Eltern außerhalb des Unterrichts. Elternsprechtage werden nicht während der Unterrichtszeit am Vormittag durchgeführt.

(5) Die Schule soll Eltern sowie Schülerinnen und Schüler in Fragen der Erziehung, der Schullaufbahn und des weiteren Bildungswegs beraten. Sie arbeitet hierbei insbesondere mit dem schulpsychologischen Dienst und der Berufsberatung zusammen.

2. An der Beratung beteiligte Personengruppen

Þ    Schulleitung

Þ    Lehrer und Lehrerinnen

Þ    Eltern und Erziehungsberechtigte

Þ    Schülerinnen und Schüler

Þ    Mitarbeiter im Bereich des offenen Ganztags

Þ    Mitarbeiter der Übermittagsbetreuung

Þ    Kollegen und Kolleginnen der Förderschule, die in den Räumen der Förderschule unterrichten

Þ    Kooperationspartner der Johannesschule, dazu gehören:

  • Kreisel e.V.
  • Caritasverband, insbesondere Frau Arlom
  • schulpsychologische Beratungsstelle, insbesondere Frau Fischer
  • Jugendamt der Stadt Emsdetten
  • Familienzentrum St. Marien
  • Kindergarten St. Franziskus
  • Kindergarten St. Martin
  • Kirchengemeinde St. Marien
  • ev. Kirchengemeinde

Beratung schließt Intervention, Prävention und Kooperation ein.

  • Intervention:
  • auffällige Verhaltens- und Entwicklungsprobleme, die ihre Ursache in der Schule haben oder sich auf die Schule auswirken (belastete Sozialkontakte, Schulangst, familiäre Krisen usw.),
  • Lern- und Leistungsschwierigkeiten, Leistungseinbrüche,
  • Förderung besonders begabter Kinder,
  • Erziehungsprobleme im Elternhaus,
  • Beratung bei Fragen der Schullaufbahn

  • Prävention
  • Gewaltprävention (>>Faustlos<<)
  • Missbrauchsprävention (>>Mein Körper gehört mirNein-sagen<<),
  • Ausbildung der Schüleraufsicht (>>Pausenregeln<<, Streitschlichterprogramm<<)
  • Austausch im Lehrerkollegium (>>Kollegiale Fallberatung<<)
  • Informationsveranstaltungen für Eltern

  • Kooperation
  • Aufbau und Pflege von Kontakten sowie Kontaktvermittlung zu außerschulischen Beratungseinrichtungen ( Kreisel e.V., Jugendamt der Stadt Emsdetten, Caritasverband, insbesondere Frau Arlom, Schulpsychologische Beratungsstelle, insbesondere Frau Fischer, Familienzentrum St. Marien, Kindergarten St. Franziskus,

Kindergarten St. Martin, Kirchengemeinde St. Marien, ev. Kirchengemeinde

  • Kontaktpflege mit den weiterführenden Schulen,
  • Kontaktvermittlung zu Kinder- und Jugendpsychologen, Fachärzten, Logopäden, Ergotherapeuten, weiteren Fachberatungsstellen

Am Beratungsprozess sind alle Personengruppen und Institutionen beteiligt, die das Schulleben der Johannesschule direkt oder indirekt gestalten. So erfolgen Beratungsgespräche an der Johannesschule durch:

  • die Schulleitung:
    • Allgemeine Informationsabende (z.B.: zum Schulanfang),
    • Informationsaustausch auf Sitzungen der Schulpflegschaft, der Elternpflegschaft und des Fördervereins,
    • im Lehrerrat
    • in Einzelgesprächen mit Eltern,
    • in Einzelgesprächen mit LehrerInnen, Erzieherinnen und Mitarbeiterinnen der OGS bzw. ÜMB,
    • Gespräche im Rahmen der Einschulung und der AO-SF Verfahren
    • Beratung bei rechtlichen Fragen aller an Schule Beteiligter
    • Beratung an schulorganisatorischen Fragen
    • Beratung/Unterstützung/Vermittlung bei Konflikten, Erziehungs- und Unterrichtsfragen,
    • Schullaufbahnempfehlung,
    • Schulwechsel
    • schülerspezifische Beratung im Einzelfall, aber auch im Rahmen der KiKo (Kinderkonferen),
    • unterrichtliche Fragen in Unterrichtsbesuchen im Rahmen von Beurteilungen
    • nach Bedarf

  • die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer
  • erster Ansprechpartner für Eltern und Schülerinnen und Schüler
  • Beratung bezüglich Erziehung und Unterrichtsinhalte einzelner Fächer, aber auch bezogen auf die Gesamtheit der Klasse
  • Spezifische Unterstützung/Beratung bei der Persönlichkeitsentwicklung einzelner Schülerinnen und Schüler, auch im Rahmen der Klassen- und Schulgemeinschaft
  • Schülerinnen und Schüler, auch im Rahmen der Klassen- und Schulgemeinschaft
  • Beratung, Unterstützung bei der Informationsweitergabe für Eltern- und Schülervertretung
  • Gespräche mit (therapeutischen) Unterstützungseinrichtungen (z.B.: Gesundheitsamt, Nachhilfeinstituten, in Hinsicht auf Lernentwicklung(-berichte),
  • Förderpläne, Arbeits- und Sozialverhalten
  • Beraten im Rahmen von Konferenzen/Klassenlehrkraft als Koordinator von pädagogischen Runden
  • Ansprechpartner für Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler bei Fragen des betreffenden Fachunterrichts
  • Unterstützung der Klassenlehrkraft (allgemein, Arbeits- und Sozialverhalten, Schullaufbahnempfehlung)
  • Beratung bezüglich Fachinhalten, Leistungsstand und

–bewertung, Lerndefizite, Förderpläne, u.a.m.

  • Beratung im Rahmen des fachbezogenen Arbeitens in regelmäßig stattfindenden Lehrerkonferenzen / besonderen kollegiumsinternen Fortbildungen und Jahrgangsstufenkonferenzen

 

  • Lehrkräfte mit Funktionsaufgaben
  • Beratungsaufgaben durch Übertragen besonderer Aufgaben (LRS, DAZ, Mathematik, Verkehrserziehung und Sicherheitserziehung, Prävention sexuellen Missbrauchs, Gleichstellung)

  • Kinder und Eltern
  • Eltern des 1.Schuljahres bewirten Kinder und Eltern der Schulneulinge bei der Schulanmeldung im Rahmen einer Cafeteria mit Spielmöglichkeit.
  • Die zukünftigen Schulkinder lernen innerhalb ihrer Kindergartengruppe das Schulgebäude kennen und nehmen am Unterricht eines 1.Schuljahres teil.
  • Kinder der kommenden vierten Jahrgänge übernehmen "Patenschaften" und stellen sich bei ihren "Patenkindern" schriftlich oder persönlich vor. Im Laufe der ersten Schulwoche nehmen die Neulinge in einer Spielstunde intensiveren Kontakt zur ihren Paten auf.

  • Erzieherinnen/Erzieher der OGS/ ÜMB

Sie haben bei der Hausaufgabenbetreuung und im Nachmittagsbereich einen anderen Blick auf die Schülerinnen und Schäler. Sie arbeiten eng mit den Lehrkräften zusammen, tauschen sich mit ihnen aus und vereinbaren mit ihnen und den Eltern gemeinsame Absprachen. Bei Bedarf – besonders bei

HZE-Maßnahmen – stehen sie den Eltern zu Rückmeldungen zur Verfügung.

  • Externe Kooperationspartner können bei Bedarf hinzugezogen werden bzgl.:
    • Beratung/Einbezug von Informationen für Eltern und Schule durch kommunale Institutionen wie Jugendamt, Gesundheitsamt, Polizei, Volkshochschule u.a.m., sowie durch Fachbeauftragte und das Kompetenzzentrum des Schulamtes
    • Beratung/Unterstützung durch therapeutische Praxen der Region für Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitung
    • Beratung/Unterstützung/Supervision für Lehrkräfte und Schulleitung durch die Schulaufsicht und die Schulpsychologie

  • Besondere Formen der Beratung:

Als besondere Formen der Beratung, die mehr informellen als formellen Charakter haben, aber nicht weniger wichtig für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sind, können folgende Elemente des Schullebens genannt werden:

  • Eltern können – nach vorheriger Absprache – am Unterricht teilnehmen
  • Bei der Gestaltung von Projekttagen oder –wochen arbeiten Eltern und Lehrkräfte zusammen
  • Eltern-Lehrerinnen/Lehrer-Stammtische

  • Beratung von Lehramtsanwärterinnen/Lehramtsanwärtern und Praktikantinnen/Praktikanten
  • Die Ausbildung junger Lehrerinnen und Lehrer wird als wichtige Aufgabe des ganzen Kollegiums gesehen und daher auch von allen wahrgenommen. Im Rahmen der OVP entstand ein Begleitprogramm, das ständig weiterentwickelt wurde.

                                  

     Bisherige Bausteine des Begleitprogramms:

  • Einführung in die Unterrichtsorganisation
  • Vorstellung der Medienausstattung unserer Schule
  • Medienbeschaffung
  • Hausaufgaben
  • Elternarbeit / Elternsprechtag
  • Schulprogramm
  • alle Mentoren sind potentielle Ausbildungslehrer
  • Lehramtsanwärter können mitentscheiden über die Klasse, in der sie unterrichten wollen
  • Beratung durch den AKO
  • Lernen an Stationen
  • Berichtszeugnisse 1./2. Schuljahr
  • Leistungsbeurteilung im Fach Mathematik
  • Prozessorientierte Leistungsbewertung
  • Organisation von Gruppenarbeit
  • Projektorientiertes Lernen
  • Anfangsunterricht – Einschulung
  • Unterrichtsgänge
  • Entdeckendes Lernen
  • Arbeitsmittel im Mathematikunterricht
  • Verschiedene Übungsformen
  • Sachrechnen
  • Arbeitsmittel für den Geometrieunterricht
  • Schriftlicher Sprachgebrauch
  • Schreibkonferenzen
  • Verschiedene Diktatformen
  • Differenzierte Diktate
  • Fächerübergreifendes Lernen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • AOSF
  • Zusammenarbeit mit der Erziehungsberatungsstelle/dem Schulpsychologen
  • Disziplinprobleme
  • Auffälliges Schülerverhalten
  • Klassenraumgestaltung
  • Wochenplan
  • Freie Arbeit
  • Offene Unterrichtsformen (allgemein)
  • Parallelarbeiten 3.Schuljahr
  • Pausenaufsicht
  • Schülerunfallmeldungen
  • Entlassfeier 4.Schuljahr
  • Projektwoche/Projekttage
  • Mitwirkungsgremien
  • Klassenbuchführung/Klassenfahrten
  • Bildungspläne
  • Außerschulische Lernorte
  • Empfehlungen für die weiterführenden Schulen
  • Die Schule betreut und berät auch immer wieder – gern – Praktikanten, die bereits ihr Studium begonnen haben oder die überlegen, ob ein Lehramtsstudium für sie das geeignete ist, um ihnen Gelegenheit zu geben, rechtzeitig die praktischen Erfahrungen zu machen, die unbedingt vor einer Entscheidung für den Beruf des Lehrers/der Lehrerin notwendig sind.

 

Datenschutz:

In allen Beratungsprozessen gelten die gesetzlichen Vorschriften zum Datenschutz. Zu beachten ist, dass für Lehrkräfte kein Zeugnisverweigerungsrecht besteht.

Das Beratungskonzept der Johannesschule wird im Rahmen des Schulprogramms vom Kollegium unter Einbeziehung von Schülerinnen, Schülern und Eltern gemeinsam entwickelt und von der Schulkonferenz beschlossen.